RMV-Tarife „unzumutbar hoch“

Die Steinbacher und Oberurseler Jusos reagieren mit Unverständnis auf den Abbruch des Pilotprojektes für das neue Tarifmodell „RMV-Smart“. Maron Hofmann, Sprecher der Jusos Steinbach, weist darauf hin, dass nach Ansicht der SPD-Jugendorganisation die Preise im Allgemeinen viel zu hoch seien: „Für eine einfache Fahrt, beispielsweise vom Steinbacher Bahnhof zum Frankfurter Hauptbahnhof, zahlt man 4,65 € – ein Tarif ohne jede Relation. Wir erinnern uns: der Mindestlohn liegt bei 8,50 €.“ Dass die Preise des RMV seit einer Dekade nahezu jährlich angehoben wurden, sei schlichtweg „sozialunverträglich und kontraproduktiv“, so der Oberurseler Ko-Sprecher Leonard Creutzburg. Weiter: „Der ÖPNV trägt nicht nur dazu bei, dass es in Frankfurt und Umgebung weniger Verkehr und dadurch weniger Staus gibt, sondern er ist auch noch umweltfreundlich.“

Die Jusos möchten den schwarzen Peter aber nicht nur dem RMV zuschieben, wie Sandra Baumann, Ko-Sprecherin der Oberurseler Jusos, betont: „Es wäre falsch, hier alleinig den RMV verantwortlich zu machen. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass die neoliberale Politik der CDU in Kreis und im Land, die die Entwicklungen im Rhein-Main-Gebiet seit Jahren maßgeblich prägt, dazu beiträgt: anstatt den ÖPNV ausreichend finanziell zu fördern und somit verkehrsberuhigend und umweltfreundlich zu handeln, unterstützt man lieber den privaten Automobilverkehr.“

Die Jusos wünschen sich vor diesem Hintergrund eine grundlegende Änderung der Verkehrspolitik in Rhein-Main. „Ansonsten werden die Preise auch in den kommenden Jahren steigen“, sind sich die drei SprecherInnen einig, „obwohl sie momentan schon unzumutbar hoch sind.“